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SF Software-Beratung

 Eine elementare Entscheidung


Der PC war also da, und wir trafen eine unserer schwierigsten Entscheidungen: Es ward festgelegt, dass wir keine eigene Software für den IBM PC entwickeln würden, solange es außer BASIC keine brauchbare Programmiersprache dafür gab.

Noch zu unseren Commodore-Zeiten hatten wir längst mit der Programmiersprache Pascal geliebäugelt und von daher strenge interne Richtlinien für die strukturierte Programmierung festgelegt und eine standardisierte Softwareumgebung (heute wäre dergleichen eine Klassenbibliothek) für unsere eigenen Entwicklungen geschaffen - auch wenn wir nur BASIC zur Verfügung hatten. Bildschirmmasken mit flexiblen Gültigkeitsprüfungen (deren Routinen damals schon etwas hatten, was Windows-Programmierer heute als die "Nachrichtenschleife" kennen), Ausdrucke mit Kopfzeilen, Fußzeilen, Seitennummern und vieles mehr galt es damals - nur mit den Mitteln eines sehr einfachen BASICs und in 32 KB Arbeitsspeicher - von Null auf zu entwickeln. Selbst die Formatierung einer Zahl mit zwei Nachkommastellen bekam man nicht ohne Programmierfleiß, aber wir hatten unsere "Routinen/8000" dafür.

All dies gab es für den PC nicht, und noch Mal mit BASIC anfangen wollten wir einfach nicht. Also wurde zunächst nur Standardsoftware für die Lösung von Kundenproblemen verwendet. Die Textverarbeitung hörte auf den Namen MicroPro WordStar, von einer Firma namens Microsoft gab es eine Tabellenkalkulation, MultiPlan, die als Highlight sogar Zellenbereiche mit Namen versehen konnte, die man dann in Formeln wieder verwendete, und als frühen Vorläufer einer Datenbank kam, hier wieder von MicroPro, deren InfoStar zum Einsatz: Eine "Datenbank" war eine kommagetrennte ASCII-Datei, und wollte man etwas sortieren, gab es dazu ein eigenes Programm (!) namens FormSort.

WordStar kam in einer Version 3.40 heraus, und nun konnte man damit sogar Umlaute schreiben. Und wir hatten zwei PCs mit Diskettenlaufwerken, die beide - gleichzeitig! - über je ein langes Kabel auf ein Gehäuse mit einer 20-MB-Festplatte und einem Magnetbandlaufwerk zur Datensicherung zugriffen: Das Ding war dermaßen laut, dass wir es in einen anderen Raum stellten.

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